Rolls Royce Silver Spirit ++ Youngtimer auf ewig

Der 1980 erschienene Rolls Royce Silver Spirit sowie der nahezu identische Mulsanne lösten jeweils sehr erfolgreiche Vorgänger ab und hatten schon alleine dadurch einen schweren Stand.
Die sehr moderne kantige Karosserie fand nicht gleich überall gleichermaßen Anklang, eroberte sich jedoch mit ihrer gründlichen Massivität schnell weltweit Freunde.
Vor allem die Arabischen Kunden konnten sich sofort mit der entschiedeneren Massigkeit des neuen Rolls anfreunden.

Aus heutiger Sicht sprechen viele Argumente für den Kauf eines solchen Rolls, von dem es gute Exemplare ab rund 12.000 Euro gibt –auf die Laufleistung sollte man ohne Nachweis keinen Wert legen – den Tacho kann jeder Lehrling zurückdrehen.
Primär ist der Silver Spirit und ebenso der Bentley Mulsanne deutlich geradliniger zusammengebaut und weist eine entschieden weniger anfällige Hydraulik auf – die hier verwendeten Gasdruckstoßdämpfer sorgen zudem sowohl für eine bessere Strassenlage wie auch für einen besseren Komfort. 

Hinzu kommt, dass die Motoren des Silver Spirit entschieden kräftiger sind als die des Vorgängers und das massive Auto bis an die 200er Grenze und knapp darüber befördern. Erst recht gilt des, wenn man zum Turbo-beatmeten Bentley Mulsanne greift, dessen Power aus den satten 6,8 Litern Hubraum schon wirklich brutal sind – immerhin schiebt er die mehr als 2 Tonnen in gut 7 bis 8 Sekunden auf 100!. Die Massigkeit hat im Komfort-Bereich Voreile – leider fördert sie auch den Verschleiß der Aufhängungen und vor allem auch der Bremsen – der Ersatz dieser ist etwa 4 mal so teuer, wie bei einem S-Klasse-Mercedes – der Kauf will also wohlüberlegt sein. Auch, weil 6,8 Liter ohne Kat unbezahlbar sind, mit Kat immer noch happige vierstellige Steuersätze ergeben.

Der Rest des Wagens ist im Prinzip gegenüber seinem sehr verbauten Vorgänger Silver Shadow beinahe simpel zu nennen, die Rostvorsorge deutlich besser, vor allem ab 1986. Ab 1993 kam eine entschieden bessere Automatik zum Einsatz, die manch einer auch in ältere Modelle statt der Serienmäßigen 3 Gang-Automatik eingebaut hat. Diesen Umbau sollte man dankbar zur Kenntnis nehmen – speziell das Thema Ölundichtigkeit ist damit passé. Wer einen solchen Wagen für rund 15.000 Euro erwirbt, kann einen guten Fang machen, muss aber auf Kosten für Inspektion, Steuer, Versicherung und letztlich auch einen Verbrauch von soliden 20 Litern vorbereitet sein, die bezahlt werden wollen – oder auch schon mal 8 Liter frisches Synthetik-Öl zu 20 Euro den Liter… 

Ein herrschaftlicher Genuss bleibt der Wagen dennoch bis heute – Wertsteigerung gepflegter Exemplare ist zudem sicher und kann einen Teil der Kosten aufwiegen. Noch mehr trifft das zu für das lange Modell Silver Spur, dessen Preis stärker steigen wird. Der Bentley Mulsanne ist in Deutschland bis zu 15 billiger und häufig in besseren Händen gewesen – dadurch ein echter Tip!

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