Strichacht – all these years

Mit ihm fing bei uns alles an. Die abgefahren coolen Leute fuhren zu der Zeit in den späten 80ern Volvo Amazon und Buckel – oder einen Heckflossen-Benz. Der W124 war hochmodern, der W123 galt immer noch als nobel – da fanden wir den Strichachter cool. Zu der Zeit mal mindestens 12 Jahre alt, einige auch schon 20. Und das beste: Wir konnten die Dinger bezahlen. So eine Heckflosse wollte keinen rechten Spaß machen – da musste man sich auskennen & so.
So zumindest unsere Berechnung.

Strichacht: Lackmus-Test

Dann kam die Probe. Wir ergatterten einen Strichachter – in dekorativem Blau in den Niederlanden, wo ja irghendwie alles besser ist, was Youngtimer betrifft. Ein wunderschöner Wagen, ohne Zweifel, wenn auch nicht in bestem Zustand. Hier und da war ein bisserl Rost sichtbar – aber das fanden wir cool – und 1800 Gulden waren ein fairer Preis.
Der Weg zurück – Meppel, Zwolle – als der Wagen beginnt, das Gas schlecht anzunehmen. kurz vor der Deutschen Grenze ruckelt er dann schon beinahe ein wenig, das kann man gar nicht mehr so richtig wegdiskutieren. Irgendwann müssen wir ran fahren und Pause machen. Der Wagen nimmt kaum noch Gas an… wir ahnen schlimmes. Zurecht, wie sich herausstellt: An einer Niederländischen Hinterhofwerkstatt wird uns eröffnet, dass der Vergaser komplett versoffen ist.

280er: Vergaser einstellen… Wenn es das nur wäre

Was für ein Spaß: für gute 100 Mark stellt uns der freundliche Niederländer den Vergaser ein. Dann watschelt er noch ein wenig um den Wagen herum, lacht. Den Rost am Heck findet er irgendwie kritisch. Wir lächeln das weg und fahren heim. Dass der Wagen unter der Stoßstange einen Knick hat, ist schon klar – aber hey, für das Geld? Innen ist der Wagen so cool, wie er nur sein kann. Und so ein Benz liegt eben auch unglaublich benzig auf der Straße, nicht so wie die blöden Autos der Zeit oder der 79er Passat meines Vaters – Nein: Die dicken Sitze, das satte Gewicht, ein Fahrverhalten, das… also das… Was ist denn das in Kurven für ein eigenartiges Knacken? Hm… Ja, richtig, das ist irgendwo im Bereich der Achse oder so. Vielleicht auch nur der Auspuff. Bisserl lose gewackelt oder so… So schlimm kann das doch alles nicht sein…

Der erste Youngtimer findet ein böses Ende

Wir fahren verhalten, wenn nicht gar langsam zu einer Werkstatt – dort jedoch sollen wir gar nicht ankommen. Das Geräusch nimmt radikal zu – und man beginnt beim Fahren zu spüren, dass etwas nicht stimmt. Auch die Polizei, die hinter uns herfährt und uns schließlich stoppt. Von hinten kann es es in der Tat sehen: Der Wagen hängt in der Seilen, Teile der Verankerung der Achse haben sich gelöst – der Wagen kippt um Kurven. Wie sich herausstellt, ein verbreitetes Phänoen von grottig gepflegten Benzen dieser Zeit. Dabei war er so schön von innen…

Es kommt noch am selben Tag zur Trennung. Die Polizei legt den Wagen auf der Stelle still – die Analyse des Schrottis ergibt: Da hilft nur noch die Presse. Im Nachhinein müssen wir uns freuen, dass nichts passiert ist – Tage zuvor sind wir noch mkit weit über 160KM/H an Köln auf der Autobahn vorbeigezogen. So wird der erste Strichacht ein schlimmes Groschengrab – später im Volksmund immer die Blaue Grotte…

Aber wir haben nicht aufgegeben…. 🙂

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