VW Käfer Youngtimer – Ende der Achtziger eine kurze Ehe

Nach dem ersten Strichachter trauten wir uns nicht mehr so recht an die Großen ran – zumindest für eine gewisse Zeit nicht mehr.
Der nächste Junge Klassiker sollte etwas berechenbarer sein. Da kam uns so ein Käfer gerade recht.

Der Käfer hatte damals noch einen schier absurden Verbreitungsgrad – man bekam ihn wirklich an jeder Ecke und in jeder Form und Fassung und Farbe – und vor allem: Für annähernd jeden Preis. Nicht, dass gute Käfer billig waren. Die, die nicht verrostet waren, hatten immer ihren Preis, weil sie schier abartig zuverlässig waren – aber sie waren eben in den Regionen, die uns Baujahrsseitig interessierten, nie abartig teuer.

Wir fanden ein Modell in beige, 19 Jahre alt. Nix Kopfstützen, nachgerüstete Gurte, das ganz alte Lenkrad – aber ja, halt irgendwie ein cooler Käfer. Und vor allem einer mit Wei0wandreifen, was wir damals oberlässig fanden. Der Käfer war ein Hingucker und bereits vom Vorbesitzer liebevoll gepflegt worden.

Was soll man sagen – der Wagen war toll und machte keine Zicken. Er käferte so vor sich hin, krabbelte auch auf Schnee herum und bergauf wie ein kleiner Allrader – aber irgendwie… Tja – irgendwie merkten wir nach kurzer Zeit, dass es nicht das war, was wir wollten. Einer der Aspekte an Youngtimern ist doch, sich Traumwagen zu gönnen – solche, die doppelt so groß sind wie die, die man sich neu kaufen würde, oder? Und das brachte der Käfer nicht mit – dieses lässige Herrschaftsgefühl, dass der Strichachter sogar noch mit kaputter Hinterachse gekonnt hatte…

Immerhin machten wir mit dem Käfer einen stattlichen Gewinn – und machten uns wieder auf die Jagd.

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