Ford Fusion in idiotischer Flughafen-Szene

Autos ohne Story: der Ford Fusion

Nein, der Ford Fusion hatte mit Sicherheit keinen STil. Aber irgendwie praktisch war er schon. Und er war das letzte Auto ohne Story. Ford baute ihn einfach und keine Sau im Marketing schien sich so recht für ihn zu interessieren – weswegen er die Käufer erhielt, für die er richtig war, nicht die Käufer, die das Marketing ihm angedichtet hätte.

Ford Fusion (Europa) 2005
Mit einen Ford Fusion aufzufallen, ist praktisch unmöglich – und das war auch nicht anders, als er 2002 erschien – als Youngtimer wird man ihn komplett vergessen haben

Sicher wären das wieder junge Familien gewesen, die mit einem Ford Fusion soviel anfangen wie unser Hund mit Messer und Gabel und außerdem nie verrückt genug sind, Neuwagen zu kaufen.

Leute deutlich jenseits der 50 hingegen mochten den Ford Fusion. Der War etwas höher als der Fiesta und wirkte dabei so nett klassenlos. Einen Fiesta willst Du dir mit 65 nicht kaufen, weil das irgendwie eher ein Auto für Enkel ist – aber so ein Fusion, der technisch nur wenige Huster vom Fiesta entfernt war – der geht, den kannst Du dir vor die Garage stellen, neben den gepflegten Vorgarten.

Ford Fusion Kofferraum
Nix Van oder so – variable mussten andere können

In Großbritannien taten das erstaunlich viele – ebenso in den Niederlanden und Belgien. In Deutschland war die Zurückhaltung etwas größer, dennoch erreichte der Fusion eine gewisse Verbreitung.

Und bis dahin zeichnete ihn natürlich tatsächlich die Tatsache aus, dass er ein Wagen ohne Story war. Die Premium-Autos haben ihre Premium-Story, Dacia spielt die Billig-Show, Subaru die Allrad-Nummer, Opel den sportlichen Underdog – aber wofür stand eigentlich so ein Ford Fusion?

Opel hatte den Meriva auf dem Markt – das war mal ganz klar ein Van. Der Fusion war nicht mal das und konnte auch keine Falt-Kunststückchen mit den Sitzen vollführen oder so – er konnte Umklappen, das war’s.

Dennoch baute Ford den Wagen ohne Story satte 10 Jahre lang. Zehn Jahre – immerhin bis 2012. Längst sahen alle anderen Ford vollkommen anders aus – aber der Hochfiesta blieb.

Ford Fusion in idiotischer Flughafen-Szene
Das ist dann schon wieder größtmöglicher Marketing-Nonsens. Eine Junge Frau steht mit einem Ford Fusion an einem sonnebeschienenen Flughafen – soweit so gut. Der Rest fällt nur Werbefotografen ein. Die Frau ist über eine Absperrung zum Zaun geklettert – warum? Damit es enger und ungemütlicher ist. Warum hat diese Frau einen Ford Fusion, für den sie gute 30 Jahre zu jung ist. Niemand ausser ihr ist trotz hellichten Tage an diese, Parkdeck anzutreffen. Wer würde vernünftiger Weise so eng an den Zaun fahren, dass sich die Tür nicht mehr öffnen lässt? Man darf einfach nicht drüber nachdenken….

Und da mag jetzt manch einer sagen: „Na und? Mein Kadett B hatte auch keine Story. Was war denn die Story des Jetta 1 von 1979?

Ganz genau. Früher gab es ständig solche Autos, die einfach nur Auto sein durften und sich nicht verbiegen mussten, was im Regelfall nur zu einer Geschichte führt, die entweder durch irre teure Sonderausstattungen belegt werden muss oder eben durch den Beweis, dass es eine Nische für 270 KM/H schnelle Geländewagen gibt, die auf der anderen Seite auch Schlammgrube könne oder ähnlicher Nonsense.

Der Fusion war da vielleicht der letzte, der einfach so leben und atmen durfte. Sein Nachfolger etwa muss den Geschmack von Freiheit und Abenteuer geben, irgenwie SUVartig wirken, obwohl er in Germanien keinen Allradantrieb hat. Und dann Lächerlichkeiten wie das Ersatzrad… Marketing: Go Home!






Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.