MX5er Mazda

Der Schlag ins Gesicht des Establishments: Mazda Highlight MX5

MAZDA MX5 ROT
Rot war DIE Farbe der ersten Serie des Mazda MX-5, von denen es erfreulich viele ins Alter Japanischer Youngtimer gebracht haben

Mazda galt in den 80ern als angenehmer Brot- und Butter-Hersteller bei den Deutschen. Der erste repräsentative Mazda 626 erfreute artige Familien mit Spitzenwerten bei ADAC und Tüv, war gut ausgestattet und hatte nur noch bedingt das japanische an sich, das von vielen Deutschen noch belächelt wurde.
Der Mazda RX-7 hatte vielen Leute Respekt abgerungen, war aber mit seinem Wankel natürlich ein krasser Exot – mit einer Motorisierung obendrein, der die Deutschen nach dem RO80 zu misstrauen gelernt hatten.

Innen - mazda mx5
Innen ist der erste Mazda angenehm schlicht – und der Schaltknüppel hat was von Telespielen. Da werden Erinnerungen an den Competition Pro wach – wo sind nur die Feuer-Knöpfe? Hier ist alles, wo es sein soll – für große und kleine Leute

Mit dem Mazda MX-5 sollte sich alles das ändern.
Denn selbst all diejenigen, die Japanische Autos oder selbst Mazda im Speziellen aus irgend welchen Gründen ablehnten, konnten nicht umhin, einzugestehen, dass Mazda hier einen absoluten Volltreffer gelandet hatte. Mit akribischer Perfektion hatte Mazda hier eine Kopie einer kompletten Gattung geliefert, die mit prominenten Playern wie dem Triumph Spitfire und dem Alfa Spider eigentlich gerade ausgestorben war.
Nicht, weil sie keiner wollte – die Vertreter der Gattung waren qualitativ schlicht die totalen Albträume…
Und genau da setzte Mazda an: Für Zuverlässigkeit längst bekannt, erschuf Mazda praktisch das Vernunftauto im Segment totaler Unvernunft – und trat damit eine Welle von Nachahmern an, die so schnell nicht stoppen sollte.

MX5
Der Mazda MX5 macht was her – aus allen Perspektiven. Ganz gleich, über welches Baujahr wir da sprechen. Der MX5 ist ein zeitloser Geselle

Das war im Detail umso zynischer, als es genau die Hersteller wie BMW waren, die in Interviews den Japanern pauschal vorwarfen, die Kopierer zu sein.
Hier verhielt es sich ganz klar anders herum. Der Mazda MX-5 zündete den Funken – und zwar einen, der bis heute brennt – ob neu oder als Youngtimer.
Es gibt kaum einen Japanischen Youngtimer, von dem noch so viele Exemplare übrig sind wie vom Mazda MX-5. Der lebte gerne lange als Zweit- oder Drittwagen und durfte in trockenen Reihenhausgaragen überwintern, was ja schon mal pauschal gut ist. Das ist die eine Komponente – die andere ist zweifelsohne seine faszinierende mechanische Haltbarkeit. Einzig der Rost geht dem Mazda MX-5 Youngtimer schon mal an die Nieren.

Ansonsten gilt der MX-5 tatsächlich als relativ problemlos – zahlreiche Exemplare mit astronomischen Laufleistungen belegen das.

MX5er Mazda
Heute noch dekorativ vor jeder Garage – hier fragt dich keiner, ob Du ein altes Auto fährst. Der Mazda Mx5 wurde als Klassiker geboren und ist dann gereift

Aus heutiger sich würde man sich das erste Modell etwas verwindungssteifer wünschen und die Klappscheinwerfer etwas weniger hakelig. Im Verhältnis zu anderen Klappscheinwerfern sind die ein Traum an Präzision – dennoch mucken sie manchmal, speziell, wenn der Wagen mal Feindkontakt hatte.

Was wirklich auffällt: Der Mazda MX-5 macht immer noch exakt soviel Spaß wie damals. Nicht umsonst haben Mazda Akustiker damals 7 Monate lang am, Klang der Auspuffanlage herumperfektioniert. Und das Fahrwerk kann immer noch alles, was es können sollte – außer auf nasser Straße, wo sich Heckantrieb und kurzer Radstand schon mal dämonisch die Hand geben… Und 950 Kilo Fliegengewicht tun hier natürlich ihr übriges.

Mazda MX5 gelb
Können diese Augen lügen?

Dennoch: Der Mazda liegt alles in allem ausgezeichnet, ist etwas hoppelig gefedert, ist aber nach wie vor ein Hingucker und ein sehr sympathischer Japanischer Youngtimer. Vielleicht sogar der sympathischste mit dem höchsten Massen-Appeal.

Ein Traumwagen, aber ein vernünftiger – gibt es sowas wirklich? Offensichtlich ;D






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